20 Kaninchen in „verdreckter“ Box gefunden – Tierschützer erheben Vorwürfe gegen Polizei

Ehrenamtliche Helfer retten Nachts zurückgelassene Kaninchen. Der Finder der Tiere macht der Polizei Vorwürfe.

Bad Hersfeld – Ein Passant entdeckte am Mittwochabend (19.05.2021) zahlreiche Kaninchen, die in eine Transportbox für Hunde gestopft wurden. Die Tiere wurden in der Nähe des Tierheims Bad Hersfeld abgestellt und ihrem Schicksal überlassen. Der Passant verständigte nach dem Fund die Tiernothilfe Rotenburg, die sich um die Kaninchen kümmerte. Zuvor versuchte er die Polizei zu erreichen. Inzwischen befinden sich die Tiere im Tierheim Bad Hersfeld, die Tiernothilfe ist fassungslos über den Zustand der Kaninchen.

Als die ehrenamtlichen Helfer der Tiernothilfe Rotenburg/F 1995 e.V. von den Kaninchen erfuhren, machten sie sich sofort auf den Weg nach Bad Hersfeld. Der Anrufer am Telefon schilderte die Situation, Eile war geboten. „Wir fanden viele übereinander liegenden Kaninchen vor Ort in dieser furchtbar verdreckten Hundebox und konnten nur grob schätzen, wie viele Tiere es sind“, schreibt der Verein auf Facebook.

Über Nacht wurden die Kaninchen auf einem Pferdehof untergebracht. Dort konnten die Tiere gezählt werden: Neun Weibchen, vier Böcke und sieben Jungtiere lagen gestapelt in der Box. Manche davon waren verletzt, die Weibchen sind nach Angaben des Tierheims Hersfeld Rotenburg trächtig. Die Rettung kam gerade noch rechtzeitig. „Gerade die Kleinen hätten ansonsten die Nacht so nicht überlebt“, so das Tierheim auf Facebook. Der Finder der Kaninchen zeigt sich wütend auf die Polizei. Denn der Fahrradfahrer, der die Kaninchen entdeckte, meldete sich zuerst bei einer Polizeistation. Nur bekam er von den Beamten keine Hilfe, wie er es selbst darstellte. „Ohne meine Initiative und das Kommen der ehrenamtlichen Helfer wäre (hatte ja mit der Polizei telefoniert) gar nichts passiert“, schreibt der Retter auf Facebook. Dabei hätten die Polizisten gar nicht selbst kommen müssen, der Retter hätte sich schon gefreut, wenn ihm Kontakte oder Ansprechpartner vermittelt worden wären. Das soll aber nicht passiert sein. Über private Kontakte erreichte der Retter den Tierschutzverein, der die Kaninchen schließlich versorgte.

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