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Olli Schulz mit Band im Hallenbad

Melancholie, Rock & Haltung

Olli Schulz ist ein Allrounder – solo, im Duett mit Dem Hund Marie (Max Schröder) oder kompletter Band unterwegs als erstklassiger Entertainer, und nebenher noch Moderator diverser Radio- und Fernsehshows. So vielfältig seine Aktivitäten, so facettenreich sein Werk, das im Rundumschlag verschiedene Stimmungslagen thematisiert.

Es sind vor allem die Moll-Gefühle, die Schulz auf den Punkt bringt wie kein anderer – siehe der Debut-Opener „Weil die Zeit", die großartige, an die Smiths erinnernde Hymne „Rückspiegel" oder die aktuelle Single „So lange einsam". In Konzerten kommt er jedoch eher als der spontane Witzbold daher, dessen Ansagen gerne mal Songlänge erreichen. Diese humoristische Ader lebt er zuletzt mit dem Versuch aus, mit „Mach den Bibo" einen alternativen Sommerhit zu etablieren. Die Indie-Gemeinde verstand jedoch keinen Spaß, obwohl das Lied mit Walter Schreifels und anderen credibilen Indie-New Yorkern eingespielt wurde, und die breite Masse hörte dennoch lieber Peter Fox. Tragische Komik, melancholischer Klamauk – nicht massenkompatibel hierzulande. Zum einen freut man sich ja auch, bei Olli Schulz nicht wie bei Funny van Dannen das mitgröhlende und sich selbst feiernde Tote Hosen-Publikum neben sich zu haben, andererseits wünscht man ihm, dass Schulz` Schaffen endlich angemessen wertgeschätzt wird.

Als Metal- und Springsteen-hörender Teenie lernte er in seinen Lehr- und Wanderbühnenjahren als Roadie, Stagehand und Security in Hamburg, während er die Kotze von Evan Dando aufwischte, von Lou Reed persönlich beleidigt wurde und den Niedergang von Van Halen miterleben durfte, worauf es bei einer spitzenmäßigen Show ankommt. Als Musiker setzt er das nun perfekt um und bringt für sein Wolfsburg-Konzert zudem den Film "Bibi is Back" – eine Dokumentation über das „skandalträchtige Reunion Konzert der Bibi McBenson Band" mit, das als einer der „beschämenden Tiefpunkte der deutschen Musikgeschichte" angepriesen wird, der „nach der Tour für alle Zeiten verschwinden (müssen)" wird. Nicht nur das ein Grund, am 09.02. ins Hallenbad zu kommen!

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