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Neue Technik im Planetarium

Von den höchsten Höhen und den tiefsten Tiefen

Jemandem „die Sterne vom Himmel zu holen" ist ein recht weit verbreitetes Versprechen, um das Herz der Angebeteten zu erobern. Aber nur Planetarien sind in der Lage solche Versprechungen auch in die Wirklichkeit umzusetzen – oder zumindest eine glaubwürdige Illusion zu erschaffen.

Um diese Illusion noch wirklichkeitsnäher präsentieren zu können, hat das Planetarium Wolfsburg viel Zeit, Geld und vor allem die neueste und beste Technologie inves-tiert. Ab dem 13. März dieses Jahres sind dort jedoch nicht nur Sterne, Planeten und Galaxien zu bewundern, sondern es werden unter anderem auch Dokumentationen über Naturwunder auf unserer schönen Erde gezeigt. „Wir sind das erste Haus weltweit", sagt Dr. Wilhelm Martin, der wissenschaftliche Leiter des Planetariums, „das mit dem neuesten Velvet-Projektionssystem von Carl-Zeiss ausgestattet ist und dadurch den Nachthimmel auch tatsächlich schwarz darstellen kann!"

Rundum versorgt: Neue Programme wie Musik und Film sollen den neuen Projektor optimal zur Geltung bringen
Rundum versorgt: Neue Programme wie Musik und Film sollen den neuen Projektor optimal zur Geltung bringen
Denn das war bisher das größte Problem aller Projektoren: durch das benötigte Licht wirkten schwarze Bereiche bislang allenfalls dunkelgrau oder bestenfalls anthrazit, was gerade im Falle des Sternenhimmels bisher immer negativ auffiel. Neben dieser Verbesserung von Farbqualität und Auflösung bietet der Projektor durch seine ausgeklügelte Software zusätzlich noch die Möglichkeit sowohl unbewegliche Sternenkarten als auch mobile Objekte wie beispielsweise Planeten gleichzeitig darzustellen. Aber zu einem vollständigen Planetarium gehört natürlich auch die Kuppel. Äußerlich ändert sich zwar nichts, die blauen Kacheln bleiben erhalten, aber in den letzten Monaten ist der Innenraum von der Firma Astro-Tec aufwändig renoviert und mit insgesamt 300 qm Projektionsfläche sowie einer speziellen Dämmung versehen worden. Besonders letztere ist wichtig, um im Inneren der Kugel Vorträge überhaupt zu ermöglichen, da dort sonst ein einziges akustisches Chaos herrschen würde. Beleuchtet wird die Anlage durch leistungsstarke LEDs, „was zwar teurer in der Anschaffung war", so Dr. Martin, „aber dafür eine bessere Darstellung der Dämmerung ermöglicht".

Die Modernisierungen betreffen jedoch nicht nur die technische Seite, auch das Programmangebot wird in Zukunft erweitert werden. Geplant sind unter anderem Dokumentationen über naturwissenschaftliche Themen wie Orchideen im tropischen Regenwald, das Leben in Korallenriffen und verschiedene auf Kinder zugeschnittene Programme. Denn es können nicht nur Sternenkarten auf die nun völlig schwarze Leinwand projiziert werden, sondern auch Filme, die dem Besucher das Gefühl geben, mit E.T. oder Nemo direkt auf Tuchfühlung gehen zu können – wohlgemerkt ohne 3D-Brille und Kopfschmerzen. Auch Filmmusik soll die neue Technik optimal zur Geltung bringen. Was könnte den „Alien"-Soundtrack auch besser zur Geltung bringen als ein Blick in die wabernden Weiten des sternenbehangenen Weltalls ... Mitte März wird das Planetarium mit allen Neuerungen und stark verbesserter Technik für alle Besucher pechschwarze Horizonte aufreißen.

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