Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft

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Mehr als sieben Monate nach dem Start der eigenen Impfkampagne spendet Großbritannien erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland. Das bestätigte eine Regierungssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt gibt das Land neun Millionen Astrazeneca-Impfdosen an das UN-Impfprogramms Covax ab, wie das Außenministerium später am Tag bekanntgeben wollte. 817.000 Dosen sollen nach Kenia gehen, davon 400.000 noch in dieser Woche. Bis Mitte nächsten Jahres will das Vereinigte Königreich 100 Millionen Impfdosen abgeben.

Großbritannien hatte bei den Herstellern so viel Impfstoff bestellt, dass es ausreichen würde, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu impfen. Da das Land bislang jedoch kaum Impfstoff exportierte und keine Dosen spendete, wurde den Briten immer wieder Impfnationalismus vorgeworfen. DOSB-Chef Alfons Hörmann hält ein Vorgehen der japanischen Behörden wie im Corona-Fall des deutschen Radsportlers Simon Geschke bei Olympia grundsätzlich für richtig. „Alles, was mit Auflagen, Kontrollen, Tests und stringentem Vorgehen vor Ort zu tun hat, findet unsere uneingeschränkte Zustimmung. Auch wenn man als Mensch sagt: Verdammt, es ist sehr lästig“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds der Deutschen Presse-Agentur in Tokio.

Der frühere Tour-Etappensieger Geschke verbrachte am Mittwoch nach seinem positiven Coronatest den fünften Tag in Quarantäne. Der 35-Jährige hatte sich über die Bedingungen in dem Hotel, das als Isolierstation für alle corona-infizierten Athleten bei den Sommerspielen dient, zu Beginn heftig beklagt. „Als Verantwortungsträger und Delegationsleiter sage ich: Es ist gut und richtig und wichtig, dass so konsequent agiert wird“, fügte Hörmann hinzu. Die Bundesregierung hat noch keine abschließende Entscheidung über eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer getroffen. „Stand der Dinge ist, es gibt einen laufenden Abstimmungsprozess“, sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. Sie bestätigte damit Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einem zugesicherten Start der Testpflicht am 1. August nicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Testpflicht für Reiserückkehrer möglichst schnell ausweiten, wie eine Sprecherin am Mittwoch bestätigte. Wenn es nach seinem Hause ginge, gäbe es eine entsprechende Regelung längst, sagte sie. Gesprächsbedarf über die Ausgestaltung der Testpflicht sieht vor allem Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Es gebe dazu „konstruktive Gespräche“, betonte eine Sprecherin des Justizressorts.

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